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Geschichte

Zur Geschichte der Mineralogie an der Universität Jena


Das Fundament für die Fachrichtung Mineralogie an der Universität Jena wurde durch die Vorlesungen von G. Lenz ab 1782 gelegt. Auf Grund seiner Verdienste um die von ihm betreute Sammlung sowie seinen Arbeiten zur Speziellen Mineralogie wurde er 1794 zum ersten außerordentlichen Professor und 1810 zum ersten ordentlichen Professor für Mineralogie ernannt. Ca. 100 Jahre später erfolgten mit der Ernennung G. E. Linck´s neue Wege. Zum einen wurde die Basis der systematischen Tektit- und Meteoritenforschung gelegt. Zum anderen verließ man das Jenaer Stadtschloß nach 125 Jahren und bezog im Jahre 1905 einen Neubau, der aus Mitteln der Abbe-Stiftung gebaut war (Schillerstraße, neben dem Anatomieturm). Die Zusammenarbeit mit Zeiss und Abbe führte u.a. auch zur Einrichtung eines Labors zur Kristallzüchtung im Institut. Der Nachfolger Lincks, Fritz Heide (ab 1930), führte thematisch einiges fort und baute es aus, neue geochemische Schwerpunkte wurden gesetzt. Mit seinem Amtsantritt wurden Mineralogie und Geologie in zwei Institute aufgeteilt. Unter Fritz Heide zog das Mineralogische Institut 1948 in das Gebäude Sellierstr. 6, nachdem 1945 das Institut in der Schillerstraße zerstört worden war. Die Sammlungsbestände wurden überwiegend gerettet, blieben aber der Öffentlichkeit unzugänglich. Im Jahre 1968 erfolgte dann die Schließung des Instituts für Mineralogie im Rahmen der 3. Hochschulreform der DDR. Die Sammlungsbestände wurden über ganz Jena verstreut. Ein kleiner Teil der Sammlung wurde im Jahre 1989 der Öffentlichkeit mit einer Dauerausstellung wieder zugänglich gemacht und seither Schritt für Schritt etwas erweitert. Mit der Begründung des Instituts für Geowissenschaften im Oktober 1992 und seinen Lehrbereichen Mineralogie, Geologie und Geophysik konnte nach fast 25 Jahren Pause der Lehr- und Forschungsbetrieb wieder aufgenommen werden. Die Mineralogie wurde von Prof. Dr. Kaus Heide bis 2004 geleitet. Dabei standen thematisch natürliche Gläser, Salze und Meteorite im Mittelpunkt der diversen analytischen Methoden. Seit 1997 ist die Professur für Geochemie mit Prof. Lothar Viereck-Götte vertreten. Von Ende 2004 bis Januar 2008 folgte Prof. Falko Langenhorst auf den Lehrstuhl für Mineralogie. Mit der Einrichtung eines TEM-Labors eröffneten sich neue Wege. Meteorite und Produkte der Hochdruckmetamorphose standen im Fokus der Untersuchungen. Seit April 2009 hat die Mineralogie einen neuen Lehrstuhlleiter. Mit Prof. Juraj Majzlan erweiterte sich auch der Gerätepark. Ein Kalorimeter wird bei Untersuchungen z.B. zum Verhalten des Elementes Antimon im Umfeld ehemaliger Bergbaureviere seinen Einsatz bekommen.