Das Institut aus Sicht der Kernberge

The Institut

The Institute of Geosciences represents the merger of the disciplines of geology, geophysics and mineralogy. A special feature of the institute is a close interdisciplinary integration with chemistry, biology and physics.
Institute from the point of view of the Kernberge mountains
Image: IGW

Die Geschichte des IGW in Stichworten

Mineralogie

  • ab 1782 mineralogische Vorlesungen von LENZ (1794 ao. Professor)
  • 1796/97 Gründung der "Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena"
  • neuer Aufschwung durch LINCK ab 1894
  • Zusammenarbeit Mineralogie - Zeiss Werke (E. Abbe)
  • 1904 Umzug aus ehemaligen Schloß in Institutsneubau (Schillerstraße neben Anatomieturm)
  • 1930 Trennung in Mineralogisches Institut (F. Heide) und Geologisches Institut (W. von Seidlitz)
  • März 1945 Zerstörung des Mineralogischen Institutes
  • 1946 Wiedereinrichtung des Mineralogischen Instituts in der Sellierstaße 6
  • 1968 Schließung des Mineralogischen Institutes mit der Hochschulreform
  • ab 1974 Verwaltung des Sammlungsbestandes durch einen Kustos des Haeckel-Hauses, Bereich Geschichte der Naturwissenschaften
  • 1989 die Mineralogische Sammlung wird der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht

Geophysik

  • Inbetriebnahme einer seismologischen Station im Kellerraum des physik. Institutes im Jahre 1900
  • 1904 Umzug der seismologischen Station, in die 10m tiefen Räumen der Sternwarte
  • ab April 1905, Versand der seismischen Monatshefte
  • instrumentelle Weiterentwicklung der Seismographen
  • Eigentliche Institutsgründung am 4.9.1923 als "Reichszentrale für Erdbebenforschung mit dem Sitz in Jena"
  • 1922-1923 Bau eines Forschungsinstituts und einer seismischen Station am Hang des Landgrafenberges (Fröbelstieg)
  • 1.10.1945 Angliederung an die Universität
  • Oktober 1946 Unterstellung als "Zentralinstitut für Erdbebenforschung" unter Deutsche Akademie der Wissenschaften (DAW) zu Berlin
  • 1954-1956 Bau eines neuen Institutes am Burgweg 11
  • 1956-1963 Planung und Bau einer seismischen Station südlich von Pößneck nahe Moxa
  • 1968 Aufnahme ins Zentralinstitut für Physik der Erde der Akademie der Wissenschaften der DDR
  • Oktober 1992 Gründung des Instituts für Geowissenschaften (IGW) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Heute gibt es zwei geophysikalische Lehrstühle am IGW (Allgemeine Geophysik, Angewandte Geophysik)

Quartärpaläontologie

  • 1696, wissenschaftlicher Disput zwischen TENZEL und dem Collegium medicum in Gotha über fossile Elefantenreste aus dem Travertin von Burgtonna - ältestes Zeugnis quartärpaläontologischer Forschung in Thüringen
  • seit dem 19. Jh. entstehen in Weimar bedeutende Fossilsammlungen (u.a. Slg. J.W.v. GOETHE) zu den in unmittelbarer Nähe gelegenen Fundstellen von Taubach, Ehringsdorf, Weimar (Belvedere Allee) und Süßenborn
  • durch die Arbeiten von SCHLOTHEIM, FRITSCH, POHLIG, SOERGEL, WÜST, WIEGERS, WEISS u.a. wird die Bedeutung der Quartärfunde aus der Umgebung Weimars international bekannt
  • Forschungsgruppe Quartärpaläontologie (Ltr. H.-D. KAHLKE) am Museum für Ur- u. Frühgeschichte in Weimar betreut und erweitert in den 50ger Jahren die bisherigen Sammlungen zur Quartärpaläontologie Thüringens
  • 1962, Gründung des Institute für Quartärpaläontologie; Koordinierung internationaler Arbeitsgruppen zur wissenschaftlichen Bearbeitung der klassischen Thüringer Quartärfundstellen
  • seit 1963, bisher fünf internationale quartärpaläontologische Tagungen
  • seit 1965, Bearbeitung der Thüringer Quartärfundstellen in bisher sechs Monographien
  • Herausgabe der Schriftenreihe "Quartärpaläontologie"
  • der Bereich verfügt mit ca. 42 000 Präparaten bzw. Serien über die umgangreichsten Sammlungen zur Quartärpaläontologie in Mitteleuropa
  • 1992 Angliederung an das Institut für Geowissenschaften der FSU als Bereich Quartärpaläontologie
  • 2000 Eingliederung der Weimarer Quartärpaläontologie in die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Geologie

  • ab 1782 Geognosie Bestandteil der Mineralogie unter LENZ
  • 1856 E. E. SCHMID wird Direktor der Großherzoglichen Mineralogischen Anstalten und ordentlicher Professor der Naturgeschichte unter speziellen Hinweisungen auf Mineralogie und Geognosie
  • 1894 - 1906 erste Haeckel-Professur an J. WALTHER für Geologie und Paläontologie
  • ab 1930 selbständiges Geologisches Institut (W. v. SEIDLITZ)
  • 1945 Zerstörung des Geologischen Instituts durch Bombenangriff
  • 1946 Wiedereröffnung des Geologischen Instituts unter F. DEUBEL (Lehrstuhl ab 1949), Beethovenstraße 6 (Max-Reger-Haus)
  • 1953 Bezug des ersten Institutsneubaus der Universität als Geologisch-Paläontologisches Institut, Fraunhoferstraße 6 (Lehrstuhl für Paläoontologie A. H. MÜLLER)
  • 1966 Schließung des Geologisch-Paläontologischen Instituts, Auslagerung der Sammlungen Paläontologie (Phyletisches Museum Jena), Regionale Geologie (Museum Meiningen, dann Schleusingen), Lagerstätten (Hochschule für Chemie Merseburg)
  • bis 1992 wird die Bibliothek des Geol.-Paläontol. Instituts von der Abteilung Lithologie im Institutsteil Jena des Zentralinstituts für Physik der Erde verwaltet und für den Leihverkehr offen gehalten.
  • 1992 (23. Oktober) Beginn der geologischen Lehre im wieder gegründeten Institut für Geowissenschaften

Jubläumsband "25 Jahre Institut für Geowissenschaften"

Titelbild des Buchs "25 Jahre Institut für Geowissenschaften" Image: IGW

Ein Büchlein erzählt aus 25 Jahren: Eine Exkursion durch die Jenaer Geowissenschaften

Das Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) feierte 2017 seinen 25. Geburtstag, doch die Geowissenschaften in Jena können auf eine wesentlich ältere Tradition verweisen. Die Anfänge sind eng verknüpft mit Johann Georg Lenz (1745-1832), der seit 1782 Vorlesungen zur Mineralogie hielt und ab 1794 als außerordentlicher Professor lehrte. Lenz begründete 1796 die weit über Jena strahlende "Societät für die gesammte Mineralogie".

Diese und weitere Begebenheiten aus der wechselvollen Geschichte der Jenaer Geowissenschaften sind versammelt in dem Band "25 Jahre Institut für Geowissenschaften - Menschen, Konzepte und Ideen", den Prof. Dr. Christoph Heubeck jetzt herausgegeben hat. Die Autoren - zumeist ehemalige und aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts - bieten einen interessanten Exkurs durch die Geowissenschaften an der Universität Jena und beleuchten dazu Details dieser Geschichte. So ist eines der Kapitel dem Institutgebäude am Burgweg 11 gewidmet, der maßgeblich von Gerhard Krumbach vorangetrieben wurde. Das neue Haus wurde 1956 eingeweiht und ist bis heute Domizil der Jenaer Geowissenschaftler. Weitere Kapitel erzählen die wechselvolle Geschichte des Columbus-Großglobus, des Ölgemäldes Emil Wiecherts und der Deckenfresken Walter Herberts. In die Dimensionen der Zeit taucht der Beitrag über eine geologische Exkursion auf dem Institutsgelände ein, sind doch die in Haus und Garten verbauten Gesteine wie Travertin und Muschelkalk vor Millionen von Jahren entstanden. Die "Alleinstellungsmerkmale" der Studienprogramme, des Geophysikalischen Observatoriums Moxa sowie der Mineralogischen Sammlung sind jeweils in eigenen Artikeln abgehandelt; zudem wird die Geschichte des Fördervereins dargestellt.

Stil und Inhalt der Beiträge spiegeln die Vielfalt des universitären Institutslebens lebendig wider. Das Büchlein ist anregende Lektüre nicht nur für ehemalige und zukünftige Geowissenschaftler, sondern auch für sozial und geschichtlich interessierte Jenaer und Jenenser sowie alle, die mit der Jenaer Universität verbunden sind, waren oder es sein wollen. Es ist im Unishop erhältlich.

Bibliographische Angaben

Christoph Heubeck (Hrsg.): "25 Jahre Institut für Geowissenschaften. Menschen, Konzepte und Ideen", Friedrich-Schiller-Universität Jena 2018, 134 Seiten mit zahlr. Abbildungen, ISBN-Nr. 978-3-9818697-9-8, (erhältlich für € 8.95 über den Uni-Shop Jena.

Kontakt zum Autor

Christoph Heubeck, Prof. Dr
Institutsdirektor
Prof. Heubeck
Phone
+49 3641 9-48620
Fax
+49 3641 9-48622
Room H102
Burgweg 11
07749 Jena
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